Kurzbiographie



(siehe auch Wikipedia)

 

1936 in Darmstadt geboren, hat Wilfried Röhrich die für sein künftiges Engagement relevanten Jahre der unmittelbaren Nachkriegszeit und während Adenauers Kanzlerdemokratie erlebt. Damals wurde er zur Politik, aber auch zur Musik geführt. Seine Familie erwarb auf dem Tauschmarkt der Nachkriegszeit eine Geige, die ihm den Sinn des musikalischen Idioms vermittelte, wie es seit Monteverdi dem Verständnis der Musik zugrundeliegt.

 

Durch seine akademischen Lehrer – vor allem Carlo Schmid, Theodor W. Adorno und Max Horkheimer – empfing Röhrich während der späten fünfziger und der frühen sechziger Jahre nachhaltige Impulse für sein Studium und seine Intention einer kritisch-emanzipatorischen Politikwissenschaft – verbunden mit Philosophie und Soziologie. Nur dem, der Gesellschaft als eine andere denken könne denn die existierende, werde sie zum Problem: dieses Diktum Adornos hat Röhrichs frühe wissenschaftliche Reflexion ebenso beeinflusst wie Horkheimers Konzeption der  Kritischen Theorie als Kritik und Selbstkritik der neuzeitlichen Rationalität. Carlo Schmid war es, der Röhrich zum Promovieren anhielt und so seine akademische Laufbahn vorbestimmte.  Und auch das von ihm verfolgte Ziel einer sozialen Demokratie wurde von Carlo Schmid unterstützt: Demokratie sei nur dort eine lebendige Wirklichkeit, wo man sich bereit zeige, die sozialen und ökonomischen Konsequenzen aus ihren Postulaten zu ziehen.

 

Röhrich habilitierte sich 1970 als Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Kiel.

 

Röhrich  wurde 1973 Professor für Politikwissenschaft und war von 1979 bis 2001 Direktor des Instituts für Politische Wissenschaft der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.

 

Aus der Vielfalt seiner inner- und außeruniversitären Aktivitäten seien stellvertretend genannt: Röhrich war von 1980 bis 1982 Mitglied im „Ständigen Ausschuss für Lehre und Studium beim Vorstand der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft“; und er war von 1981 bis 1991 Vizepräsident der Ferdinand-Tönnies-Gesellschaft.

 

Röhrich initiierte zahlreiche Ringvorlesungen und Kongresse. So war er 1990 für die PAX-Professoren-Gruppe – gemeinsam mit dem damaligen Ministerpräsidenten Björn Engholm – Mitveranstalter des Kieler Kongresses „Ethik und Politik heute“ mit den Diskutanten Karl-Otto-Apel, Wolfgang Huber, Hans Jonas, Hans Küng und Reinhard Löw; und so leitete er gemeinsam mit Dieter S. Lutz die vielbeachtete Ringvorlesung „Weltpolitik und Nationalstaatlichkeit“ u.a. mit den Rednern Egon Bahr, Johan Galtung, Knut Ipsen, Hans Koschnik und  Norbert Walter.

 

1992 bis 1993 war Röhrich deutsches Gründungsmitglied für die vom Council oft the Baltic Sea States (CBSS) verfolgte EuroFaculty an den baltischen Universitäten Riga,Tartu und Vilnius mit Zentrum in Riga. Die EuroFaculty beinhaltet die Fächer  Economics, Law sowie Public and Business Administration.     

 

Dass Wilfried Röhrich zahlreiche Forschungsreisen unternahm und mehrere Forschungsaufenthalte an auswärtigen Universitäten verbrachte, sei hier nur angedeutet. 

 

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